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Der Anfang und die „Great Clydesdale Migration”

Das erste Jahr...

begann ganz langsam im Spätsommer 2002. Wir kauften mit Jock und Major noch zwei Pferde und waren so oft wie möglich mit der Kutsche unterwegs, weil die Leute dann merkten, dass wir ein Reitbetrieb waren (Peter Mac, ewigen Dank, dass Du uns den Start überhaupt erst ermöglicht hast). Zu der Zeit half mir auch noch Diane und irgendwie, mit nicht viel mehr als bloßem Enthusiasmus, haben wir uns vorangekämpft. Wenn es auch noch ruhig war und nur wenige Leute zum Reiten vorbeikamen, haben wir doch vieles gelernt und finanziell ging es uns – naja – „besser“!! Übrigens auch, obwohl Diane mit meinem Transporteur abgehauen ist – da sie aber immer noch glücklich ist, sollten wir nächstes Mal vielleicht einfach eine Kontaktbörse aufmachen...

Es nimmt Form an

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Die Anfänge...

So wurden wir als Großbritanniens einziges Kaltblut - Reitzentrum bekannt (weltweit gibt es nur drei!), erhielten Zulassungen durch die BHS und die TRSS und gewannen regionale Tourismusauszeichnungen.

Doch leider waren nicht nur die Gebäude für unsere Zwecke eher ungeeignet, auch deren anhaltender Verfall sowie die Qualität des Grünfutters ließen uns bald nach einer Alternative umsehen.

Im nächsten Jahr waren wir besser vorbereitet, mit besser ausgebildeten Pferden und uns als besser ausgebildetem Personal. Unsere Herde war gewachsen (man kann nie zu dünn oder zu reich sein, oder zu viele Clydesdales besitzen – Zitat Annie) und ich bekam langsam ein Gefühl dafür, wie wir uns mit Werbung besser verkaufen konnten. Jedenfalls haben die Leute bald verstanden, was wir taten und kamen uns zu unterstützen. Mittlerweile hatte ich auch einige Hilfskräfte mehr, alles ganz wundervolle Menschen (in all den Jahren hatten wir wirklich tolle Teams), und so verbreitete sich unser Ruf über die kommenden Jahre. Die ursprüngliche Idee vom Pony-Trekking (also Ponys oder Pferde, die auf einer festen Route in Reih und Glied hintereinander herlaufen) haben wir bald aufgegeben und versucht, erfahrenere Reiter anzusprechen, die unsere Tiere auch wirklich beschäftigen konnten. Es hat uns auch sehr glücklich gemacht, so viele Freunde und Helfer zu haben, die ursprünglich als Gäste gekommen waren – Euch allen vielen lieben Dank! Genauso sehr hat es uns große Freude bereitet, Anfängern oder einfach ängstlichen Reitern ein erstes spannendes Reiterlebnis zu ermöglichen und dieses gemeinsam mit ihnen erleben zu können… das gibt uns immer wieder sehr viel zurück!

ArmadaleFarmsmallresold

Unsere Unterkunft auf der Armadale-Farm

West Highland Heavy Horses
(Link zur alten Seite)

Als sich eine Gelegenheit bot, zunächst nach Portree (was ebenfalls ein Fehlschlag war) dann in die Nähe von Armadale an der Südspitze von Skye umzusiedeln, griff ich zu. Der ganze Betrieb wurde umgesiedelt und entsprechend auch umbenannt. Für die erste Zeit stand die Kutsche noch im Vordergrund; Tracy und ich besuchten als Fahrerinnen örtliche Veran- staltungen und verbuchten durchaus einige Erfolge mit der Ausflugs- und der Hochzeitskutsche. Gleichzeitig wusste ich aber, dass auch das Reiten von Clydesdales großen Spaß machen würde. Nachdem ich Freunden von dieser Idee erzählt hatte, darunter mit Tom Brewster und Ronnie Black prominente Clydesdale-Halter, war ich ermutigt, diese auch kommerziell umzusetzen.

Weiter ging es in 2006...

und mit einer ganzen Schar an Pferden haben wir uns nochmals verändert. Vergangenes Jahr erlebten wir die „Great Clydesdale Migration“ und damit unseren Umzug – zu Fuß mit Sack und Pack nach Cumbria. Zwar traurig, Skye und die schönen Strandritte sowie Moor- und Waldwege hinter uns zu lassen, waren wir doch schon unheimlich gespannt auf die Möglichkeiten, die sich mit der größeren Farm in Cumbria hinsichtlich unserer Pferde, Reiter, Kunden, Freunde und Helfer bieten würden.

The Great Clydesdale Migration (Link zur Seite)

Das war eine faszinierende Reise, ein Distanzritt auf unseren Cydesdales und Shires, der uns von Skye quer durch Schottland zu unserem neuen Zuhause nach Cumbria führen sollte. Dort trafen wir am 31. Oktober 2006 ein, gut 40 Tage und rund 450 Meilen, nachdem wir von „West Highland Heavy Horses“ aufgebrochen waren.

Für viele war es die Reise ihres Lebens. Für mich (Annie) war es eine unvergessliche Erfahrung. Die, die mit uns geritten sind, sprechen von neuen Freundschaften, die bis heute anhalten, von einem Wendepunkt ihres Lebens und unvergleichlichen Erinnerungen. All das kann ich nur auf unsere wundervollen Clydesdales und Shires zurückführen, diesen besonderen, zauberhaften Pferden.

Die beste Gelegenheit, wenigstens einen Teil der Reise mitzuerleben, ist es, sich die DVD anzusehen, die dabei entstanden ist. Sie eröffnet dem Zuschauer einen Einblick in die Höhen und Tiefen, sowie die wundervolle Landschaft, die wir während des Rittes erleben durften und gleichzeitig eine Gelegenheit, die Pferde und Menschen zu treffen, die uns begleiteten. Glücklicherweise waren Gilly Fraser von Borders TV sowie ihr Mann Malcolm mit dabei, sowie John und Fraser, die für uns arbeiteten und sich ebenfalls auch mal als Kameramann betätigten. Borderway Productions waren für Schnitt und Produktion dieses einmaligen Filmdokuments verantwortlich. Beim Betrachten bekomme ich heute noch feuchte Augen, denn dieses Erlebnis wird sich so sicherlich nie wiederholen lassen.

Die DVD ist bei uns erhältlich gegen einen Scheck über 20 BRP zzgl. 4 BRP für Porto und Verpackung an folgende Adresse:

Annie Rose
Baystone Bank Farm
Whicham Valley
Nr Millom
Cumbria LA18 5LY


Und vergesst bitte nicht zu erwähnen, wohin ich die DVD schicken soll!!

Unten findet Ihr John’s Bericht über die Reise. Als jemand, der an diesem Ereignis mitgearbeitet hat, schildert er seine Perspektive von „The Great Clydesdale Migration“ – ich hoffe, es gefällt Euch. Den zweiten Artikel habe ich für „British Horse“, dem Magazin der BHS, geschrieben. Dieser erklärt meine Sichtweise auf die Arbeit, die wir in die Organisation der Reise investiert haben.

Johns Geschichte

Gute Freunde von mir, Annie und Tim, haben mit West Highland Heavy Horses über mehrere Jahre einen Reitbetrieb auf Skye geführt, und so einzelnen Gästen und ganzen Gruppen einen Ausritt auf ihren majestätischen Clydesdale und Shire Pferden ermöglicht. Kürzlich haben sie sich entschlossen, an die Küste Cumbrias umzusiedeln – in ca. 500 Meilen Entfernung. Anstatt die Pferde aber im LKW dorthin zu transportieren, hatten sie die Idee, sie zu ihrer neuen Unterkunft zu reiten und dabei alte Fuhr-, Wald- und Reitwege zu nutzen. Der Gedanke war, Gästen einzelne Etappen der Reise als Reiturlaub anzubieten, die sie schließlich „The Great Clydesdale Migration“ tauften. Die Route durchquerte die schottischen Highlands, die Trossachs und Borders, bevor sie sich durch den Lake District zum neuen Hof wandte. Nun soll mir mal jemand erklären, wie ich mir dieses einmalige Erlebnis hätte entgehen lassen können.

Dementsprechend habe ich den beiden eine e-Mail geschickt und angeboten, ihnen auf jede erdenkliche Weise auszuhelfen. Mit großer Freude habe ich dann ihre Antwort erhalten, der zufolge ich kommen und sie im Verlauf der gesamten Reise begleiten und unterstützen sollte. Und was für eine Reise das werden sollte! Nach einer Woche hektischer Vorbereitungen verwandelten wir einen alten 7-Tonner Pferdetransporter in ein glänzendes Servicemobil, welches haufenweise Sättel, Trensen, Pferdefutter und allerlei sonstiges Zubehör aufnehmen konnte… genannt: „The Green Mariah“! Für die kommenden fünf Wochen sollte „sie“ mein Zuhause, mein Zuständigkeitsbereich sein. Meistens schlief ich im vorderen Bereich, über der Fahrerkabine, wo eine gemütliche Koje, eine Kochplatte (unentbehrlich für meinen Frühstückstee) sowie kleine Sitzgelegenheiten untergebracht waren. Ich habe mich in der alten Dame wirklich wie zuhause gefühlt. Wenn ich allerdings ein Tagebuch der Reise selbst geführt hätte, würde sich dieses wohl wie folgt lesen:

Tag 1 – Haben Skye in einem wahren Medienrummel von Zeitungen und Fernsehsendern verlassen. Bewegender letzter Ritt für Annie und Tim entlang des Strandes bei Sleat. Später habe ich dann den Land Rover in einen Stapel Baumstämme gesetzt, irgendwo auf einem matschigen Waldweg: große Beule in der Motorhaube, den linken Kotflügel abgerissen – verdammter Mist.

Tag 2 – Habe die „Green Mariah“ entlang der einspurigen Straße nach Elgol in den Graben gefahren. Hat einen 11-Tonner aus Portree benötigt, um sie wieder rauszuziehen – ein Schaden von 200 Kröten. Die gesamte linke Seite des Fahrgestells vorläufig nur mit Seilen befestigt. Habe dann noch das vereinbarte Treffen um 11:00 Uhr verpasst, weil beim Ersatzwagen der Anlasse streikte. Doppelter Mist.

Tag 3 – Kaum zu glauben, dass ich die „Green Mariah“ heil diese Straße heruntergebracht habe. Man stelle sich einen „Weg“ von der Breite eines Kleinwagens vor, mit Felsvorsprüngen auf der einen Seite und dunklen Abgründe auf der anderen. Die Strecke schlängelt und windet sich die ganze Zeit über und ich bin mir sicher, dass die Neigung an manchen Stellen gute 45° betrug. Hätte ich nicht tags zuvor sehr unsanft erfahren müssen, mit welcher Vorsicht man die Räder des LKWs auf ein nasses Rasenbankett zu setzen hat, ich würde heute vermutlich tot auf dem Grund einer Schlucht in den Highlands liegen. Immerhin: tolle Landschaft.

Tag 4 – Die „Green Mariah“ hat einen Platten. Tim und ich haben Stunden damit verbracht, das Rad abzunehmen und den Reifen zu wechseln, allerdings mit freundlicher Hilfe von Donald the Gillie und seinem Sammelsurium an Werkzeug. Wir haben uns dann entschlossen, einige Ausrüstung abzuladen, um überhaupt eine Chance zu haben, mit dem LKW wieder aus der Schlucht herauszukommen. Tim musste zugeben, dass es sich vermutlich um die anspruchsvollste Strecke handelte, die jemals mit einem Siebentonner bewältigt wurde und er hat schon einige gefahren. Mist schon wieder!

…und wie ging es zwischenzeitlich den Pferden und Reitern? Nun, sie haben sehr schwieriges Hochland sowie auf einer kleinen Fähre den Sund von Skye nach Glenelg überquert. Einmal sind sie gerade noch vor der Dämmerung angekommen, nachdem sie tückische Trampelpfade und nicht wenige haarsträubende Situationen hinter sich gebracht hatten. Man kann sagen, dass die erste Woche für alle Beteiligten eine mächtige Herausforderung war, dass es von da an aber etwas gemäßigter von statten ging (bin mir zwar nicht ganz sicher, ob Annie und Tim das genau so sehen, aber es schien jedenfalls so!)

Wir passierten die einsame Idylle von Glencoe und Kinlochleven und ich war in der glücklichen Lage, einen Tagesritt durch die endlose Weite des Rannoch Moor mitzuerleben: Zehn massige Clydesdales in Reih und Glied neben dem Commando Memorial auf dem Hügel bei Spean Bridge muss für alle Passanten schon ein beeindruckender Anblick gewesen sein. Und es war sicherlich auch ein besonderes Erlebnis, in diesem Moment im Sattel zu sitzen.

Während meines nächsten Tagesritts erreichten wir die Trossachs – Rob Roy’s Gegend. Der Herbst hatte die Farne in ein tiefes Rotgold getaucht und die Täler, welche sich unter uns erstreckten, in eine Vielfalt an Dunkelgrün, Braun und Purpur. Flüsse glitzerten unter uns wie dünne Fäden im fahlen Sonnenlicht, während die dunklen Oberflächen winziger Lochs die umgebenden Berge perfekt widerspiegelten. Die Luft war so frisch und klar, dass man sie förmlich schmecken konnte und man verspürte ein unheimlich lebendiges Gefühl, diese grandiose, historisch bedeutsame Landschaft auf dem Rücken solch starker und ruhiger Pferde zu durchqueren. Alle, die dabei waren, waren sich einig, dass es sich damals nicht nur um ihren bislang schönsten Ausritt, sondern wohl auch um den schönsten Tag ihres Lebens handelte. Unvergesslich!

Glücklicherweise gab es keine weiteren Missgeschicke mehr mit der „Green Mariah“, wenn man außer acht lässt, dass ich mit der verdammten Kiste über eine Stunde auf einem Parkplatz in Kendal stecken geblieben bin, bevor ich kurz darauf in falscher Richtung in eine Einbahnstraße eingebogen bin, die ich dann auch noch blockiert habe, während ein Freund den Gegenverkehr aufhielt, damit ich zurückstoßen konnte. Vergessen wir das am besten. Stattdessen war ich im Großen und Ganzen in der Lage, mich zu entspannen und die Vielfalt dieser wundervollen Reise zu genießen.

Unterwegs haben wir sehr nette Leute getroffen und haben an wunderschönen Orten Halt gemacht. Ich werde nie vergessen, wie ich eine Nacht in einem gemütlichen kleinen Zimmer im Turm eines bewehrten Herrenhauses aus dem 16. Jahrhundert ganz in der Nähe von Penrith verbracht habe. Vorausgegangen war ein opulentes Mahl, serviert auf langen Eichentischen, gefolgt von einem Schluck Whisky vor einem prasselnden Kaminfeuer. Auch werde ich Harriet und Alan ewig dankbar sein, zwei Farmern auf einem kleinen Hof bei Carlisle (zu deren Viehbestand Kühe, Schweine, Enten, Pferde, Hunde, ein Alpaka und ein Frettchen gehören!), die mich nicht nur eines Abends mit Gourmet-Würstchen und Püree, sowie morgens mit Eiern und Schinken aus eigener Schlachtung verköstigten, sondern die mich auch das längste, wärmste, ausgiebigste und luxuriöseste Bad nehmen ließen.

Genauso wunderbar war es, schöne, mir unbekannte Gegenden meines eigenen Heimatlandes kennenzulernen. So hatte ich vorher nie die Borders erkunden können und in der Gegend um Montrose, Selkirk und Newcastleton habe ich Landschaften vorgefunden, die es in ihrer Schönheit wohl mit jedem Ort der Welt aufnehmen können. Lyne Farm war zum Beispiel eine Oase des Friedens und der Ruhe, gelegen inmitten sanft abfallender Hügel, wo Pferde und Kühe auf smaragdfarbenen Wiesen, unter frühherbstlichen Sonnenstrahlen sanft vor sich hin grasen.

Meine Familie entstammt den Borders (was mein Dad im Übrigen jedem mit auch nur einem Hauch von Interesse an Ahnenforschung erzählen wird). Kann sich jemand in meine Lage hineinversetzen, wie es ist, in der Dämmung bei Mondaufgang durch ein abgelegenes Tal hinter den Hügeln von Liddesdale zu reiten? Ein dünner Nebel steigt vom Fluss auf und die Hufe der Pferde hallen, während sie dieselben Wege entlang marschieren, die die „Reivers“ (Räuber im Gebiet der Scottish Borders) in vergangenen Zeiten nahmen. Ich konnte buchstäblich spüren, wie das Blut meiner Vorfahren durch meine Adern floss.

„Und ich raube nur bei Nacht, meine liebe, ich reite treu ergeben mit denen meiner Art. Der Mond steht hoch und ich geh dahin, meine liebe. Denn wo geplündert wird, da ist Gewinn.“

Nach diesem Ritt wurde uns ein fulminanter Empfang bereitet. Die Leute in Newcastleton kamen alle gelaufen, um die Ankunft der Pferde mit anzusehen. Vor der alten Dorfkneipe wurden wir mit Drinks und Glückwünschen gefeiert. Das alles wirkte wahrlich wie eine Szene aus einer anderen Epoche.

Die Reise endete schließlich mit unserem triumphalen Einzug auf Chappels Farm bei Millom an der Küste Cumbrias. Annie und Tim hatten diesen letzten Tag ausschließlich für Freunde und Helfer reserviert, die während der ganzen Tour dabei gewesen waren. Und so war es eine wunderbare Art, dieses Abenteuer abzuschließen. Wir ritten durch die zeitlose Schönheit der Lakelandhügel, während die Herbstsonne mit einem kalten Wind wetteiferte, der jedem die Farbe ins Gesicht trieb. Als die Schatten dann immer länger wurden, galoppierten wir über eine ausgedehnte Weide hin zu dem Weg, der schließlich zur Farm führte. Um die einhundert Gratulanten hatten sich versammelt, um die Pferde in ihrem neuen Zuhause willkommen zu heißen. Als dann die Sektkorken auf dem Hof knallten, die Hurras erklangen, wurden Umarmungen ausgetauscht und auch die eine oder andere Freudenträne vergossen. Die anschließende Feier in der Scheune zog sich bis tief in die Nacht hinein.

Wie froh bin ich, dass ich das erleben durfte? Wie viel reicher ist mein Leben dadurch geworden und wie viel auch mein Schatz an Erinnerungen? Neue Freundschaften wurden geknüpft (Hallo Gilly und Malcolm, Frazer und Dana, Garry, Roni, Andy uvm!) und alte vertieft. Und zu alledem kommt die anhaltende Bewunderung der Stärke, Ausdauer und stillen Tapferkeit der Clydesdales und Shires, die diese Reise so außerordentlich und wunderbar gemacht haben.

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Bei Fort William während des
Migration Rides

Und nun mein Artikel in British Horse vom März 2007

Manche sehen in einem Clydesdale nur den freundlichen Riesen, das Last- oder Arbeitstier, das den Pflug zieht. Als ich dagegen von Tommys Rücken aus, meinem über 1,80m großen Clydesdale, über das schroffe und schwierige Bergterrain zwischen Glenelg und Kinlochhourn blickte, fühlte ich nichts als Ehrfurcht und Bewunderung für den sicheren Tritt und die Ausdauer, die er und alle anderen Pferde an diesem Morgen an den Tag gelegt hatten… und das sollte sich nur noch steigern.

Es war der dritte von insgesamt vierzig Tagen unserer Reise von Skye nach Cumbria, und schon jetzt zeigte sich, wie schwierig es werden würde; innerhalb der letzten 24 Stunden hatten wir den Jeep zerbeult, den Laster in einen Graben gesetzt und zwei Pannen mit dem Auto gehabt, weswegen die Versorgung auf Rädern, vorsichtig formuliert, etwas dürftig geworden war… Die Pferde??? Ihnen ging es gut, obwohl sie uns vor der Reise noch das größte Kopfzerbrechen bereitet hatten. Dabei war der Weg wirklich nicht einfach: Tiefe Wasserläufe mit Strömungen unter der Oberfläche, sumpfige Hügelkämme, Pfade, die eigentlich gar nicht existierten oder einfach irgendwann wieder verschwanden, unebenes, felsiges Terrain, worauf ich vorher nicht einmal im Traum einen Pferdehuf hätte setzen lassen, sowie Steilhänge, von denen ich sicher war, dass sie keines der Pferde würde bewältigen wollen.

Einige von Euch dürften bereits von unserer Reise, der „Great Clydesdale Migration“, gehört haben, andere nicht; noch vor kurzem waren wir „West Highland Heavy Horses“, ein Reitbetrieb für Touristen, ausgerichtet auf die Nische berittener Kaltblutpferde. Ursprünglich von mir gegründet, habe ich gemeinsam mit meinem Partner Tim, der vor gut vier Jahren dazugestoßen ist, versucht, innerhalb der Möglichkeiten, die das Anwesen auf Skye uns bot, einen lebhaften, seriösen und familiengeführten Betrieb auf hohem Niveau aufzubauen, mit ausgezeichneter Kunden- und Pferdebetreuung, sowie entsprechender Bewirtschaftung. So haben wir regionale Auszeichnungen gewonnen und sind nach wie vor ein durch BHS und TRSS anerkannter Reitbetrieb. Allerdings hatten wir mit einigen Problem zu kämpfen: unsere Abgeschiedenheit war anstrengend und wir für Kunden auch schwer zu erreichen. Ebenso sehr brauchten unsere Pferde Futter, Einstreu und einen Hufschmied. Da aber alles von sehr weit hergebracht werden musste, schnellten unsere Rechnungen bald in astronomische Höhen. Das Weideland war, um ehrlich zu sein, entsetzlich, weil zumeist nur karge Hügel. Das, gepaart mit dem Widerwillen der Eigentümer, auch nur eines der Gebäude auszubessern oder zu erhalten bzw. eine angemessenere Pacht zu verlangen, führte dazu, dass auch wir nicht willens waren, Geld in die Unterkunft oder die Weiden zu stecken. Auch sollten die Mücken und der häufige Niederschlag nicht vergessen werden!!!!! Die Situation war also alles andere als ideal. Wir rackerten uns Stunde um Stunde wie verrückt ab, um letztlich doch Unmögliches zu erreichen, so dass wir uns schließlich und endlich dazu entschlossen, wegzuziehen – eine schwierige Entscheidung, wo wir die Gegend doch so sehr liebten…

Und dennoch: das alte Sprichwort „In allem Schlechten liegt das Gute schon verborgen“ scheint sich bestätigen. So wurde uns von einem befreundeten Farmer, Robert Morris-Eyton aus Cumbria, die Möglichkeit geboten, noch einmal von Grund auf anzufangen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, da wir doch noch zu sehr an unserem Traum hingen. Schließlich mussten aber auch wir feststellen, dass diese Möglichkeit einfach zu gut war, um sie auszuschlagen.

Der beste, aber auch schwierigste Teil davon war die „Migration“… eine Schnapsidee, geboren an einem Abend im März (und damals scheinbar eine wirklich tolle Idee):

„Lass sie uns runter reiten!!“ Wie naiv! Hatte ich doch keine Ahnung von den logistischen Vorkehrungen, die dafür notwendig sein sollten.

Und so wurde die „Great Clydesdale Migration“ geboren, von Skye nach Cumbria, auf Clydesdales und unserem Shire Prince, der mit 19 unser ältester Teilnehmer war. Die einzelnen Aspekte der Umsetzung dessen, was oftmals mehr einer Expedition glich, waren zeitweise unermesslich schwierig. Die härteste Zeit für mich waren die Monate, die ich im Büro, statt auf dem Hof zu verbringen hatte, ohne die übliche Geschäftigkeit und das gute Teamwork im Sommer.

Zunächst wurde die Strecke festgelegt, dann das Tagespensum. Fragen stellten sich nach dem „Wie weit? Wie lang? Wie würde das Gelände beschaffen sein? Würden die Abschnitte zu groß sein? Oder zu kurz? Wie viele Stunden Tageslicht würden wir haben? Wo würde uns der Nachschub erreichen? Und wen könnten wir dazu ansprechen?“ Daraus ergaben sich die einzelnen Tagestouren, die freien Tage sowie die Unterkünfte für Pferde und Reiter und auch, wie wir mit Hufschmieden, Veterinären und Futter versorgt sein würden (glücklicherweise hatten wir mit Montgomerie Feeds einen passenden Sponsor für das Futter). Schließlich wurden die Details geklärt: Wie viele Pferde? Was, wenn es unterwegs ein Problem gibt? Wie die Ersatzpferde transportieren? Wo würden wir Ausrüstung und Reserve unterbringen? Und wo sollten WIR für die kommenden sechs Wochen leben??!! Ganz abgesehen von der Risikobewertung. Wie schätzt man das Risiko eines Pferdes auf einem Berg ein? Ich habe mein Bestes gegeben!!!!!

Tim hatte seinen Anteil am Tagesgeschäft: Die Fahrzeuge, den Laster streichen (seitdem „Green Mariah“ genannt), immer und immer wieder nach den Pferden zu sehen, nach deren Ausrüstung, den Ersatzeisen und dem Ersatz- was auch immer… - die Liste war endlos. Ich war damit beschäftigt, für die Tour Werbung zu machen, womit ich für viele Veröffentlichungen schon zu spät dran war. Immerhin hatten wir eine vernünftige Website, so dass ich so viel wie möglich noch mit erschreckender Geschwindigkeit fertig stellen konnte. Ich nahm Buchungen entgegen, was an sich schon ein echter Lernprozess war und schon ging es los.

So kam der 21. September und mit ihm die ersten Kunden – die alle wundervoll waren – sowie die lokale und überregionale Presse. Und gerade noch in einem Strudel frenetischer Betriebsamkeit, hatten wir urplötzlich das hinter uns gelassen, was unser Zuhause auf Skye gewesen war – für immer… Ich hatte kaum die Zeit, darüber nachzudenken. Doch sobald Tim die Gruppe in Richtung Kinloch führte, machten Brutus und ich einen letzten Ausritt am Strand. Ich fühlte mich unheimlich traurig – nie mehr würden uns Pferde sich ihren Weg hinunter zum Strand bahnen, oder zu dem Aussichtspunkt auf dem Hügel über der Farm, nie mehr nach Dalavil, und die Farm blieb leer und verlassen zurück. Wir hatten nur eine ungefähre Vorstellung von dem, was vor uns liegen würde. Alles was wir kannten, hatten wir zurückgelassen und waren in unbekanntes Territorium aufgebrochen.

Das ruft Erinnerungen zurück in mir, wie ich auf Tommy einen Bergpass überquerte; die erste Etappe war die schwierigste für alle, wegen des anspruchsvollen Geländes und der technischen Probleme hinter den Kulissen. Und dennoch fanden wir bald eine gewisse Routine. Tim und ich teilten uns die Führung. Mit Dana, Fraser und John verfügten wir über eine phantastische Crew. Und so trotteten unsere Pferde in Richtung Süden. Das Gelände ließ uns gut vorankommen, obwohl die nördlicheren Abschnitte schwierig waren. Wir genossen faszinierende Panoramen und aus der Wildnis Schottlands kommend, wurden wir bald eine eng verbundene Familie, ein Team. Es war wundervoll, die Gegend während des Herbsts von Nord nach Süd zu durchstreifen und dabei den Wechsel der Jahreszeiten zu erleben und die Landschaft langsam verschwimmen zu sehen, dabei mit alledem fertig zu werden, was sich uns in den Weg stellte und so jedem Teilnehmer eine einmalige Erfahrung bescheren zu können. Wir möchten uns bei so vielen bedanken, denen, die mit uns geritten sind, den guten Geistern, die uns vor und während der Reise unterstützten. Eure Liebenswürdigkeit wird nie vergessen werden.

Wochen später, nach gutem wie schlechten Wetter, nach einigen sehr langen Tagen und nach dem wir vieles über zugängliches – oder unzugängliches – Gelände gelernt hatten; über das, was fester Boden ist und was nicht, was auf der Landkarte ist und was nicht; nach Eindrücken von der Landschaft, die wir durchquert hatten und die wir nie vergessen werden; nach vielem Lachen und anhaltenden Freundschaften; in Bewunderung der Fähigkeiten unserer Pferde, mit dem Gelände fertig zu werden und nachdem wir gerade mit ihnen tiefe Beziehungen haben knüpfen können; nachdem wir immer wieder erleben durften, wie sie ihre Ohren spitzten, wenn wir auftauchten als wollten sie fragen „wo geht’s heute lang??“; nach alledem kann ich nur sagen, dass es eine faszinierende Erfahrung war, eine Reise, die sicher nicht zu wiederholen sein wird und ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Als wir dann während der neunten Etappe den Lake District erreichten, kam das Gerücht einer Begrüßungsparty auf. Sowohl Tims als auch meine Eltern, Freunde und andere Reiter der „Migration“ wollten kommen und unsere Ankunft erleben. Und so überquerten wir am 31. Oktober die Hügel von Seathwaite nach Chappels Farm, wo uns ein herrlicher Sektempfang erwartete. Was für ein Willkommen: Blitzlichtgewitter und natürlich die obligatorischen Interviews. Wir brachten die Pferde unter (bei denen es sich zu dem Zeitpunkt vermutlich um die durchtrainiertesten Clydesdales weltweit gehandelt haben dürfte), schnitten den riesigen Kuchen an, tranken zur Feier des Tages ein paar Gläschen, und begannen, mit gemischten Gefühlen, nach dem Ende der Reise, unser neues Leben in Cumbria.

Einige Monate später arbeiteten wir immer noch daran, dem alten Farmhaus ein für Mensch und Tier zweckdienliches und kundenfreundliches Ambiente zu verleihen. Wir werden am 24. März unsere Pforten öffnen, sind nach wie vor ein anerkannter Reitbetrieb nach den Statuten der BHS und TRSS und freuen uns, hier viel bessere Möglichkeiten bieten zu können. Aufgrund der Erfahrungen während der „Great Clydesdale Migration“ fühlen wir uns gerüstet, ausgedehnte Reiterferien anbieten zu können, indem wir entweder auf dem Rücken unserer zuverlässigen Clydesdales und Shires ins Herz des Lake District aufbrechen oder kürzere Ausritte in die hiesigen Berge oder an die nahe gelegenen Strände der Westküste genießen werden.

2006 war ein unvergessliches Jahr. Doch heute blicken wir in die Zukunft und wollen den Einsatz der Clydesdales als Reitpferde noch weiter voranbringen; die Genehmigung zum Aufbau eines Schulbetriebs wurde uns bereits erteilt und ich hoffe, auch meinen Fahrbetrieb wiederzubeleben, um Wochenendkurse, u. a. auch mit behinderten Gästen, anbieten zu können. Wir sind voller Ideen und erwarten für den kommenden Sommer auch eine tolle Mannschaft. Unsere Website wird regelmäßig aktualisiert, die Pferde werden von Tag zu Tag fitter und wir sind schon ganz aufgeregt, Cumbrian Heavy Horses zu einem wachsenden und gedeihenden, einladenden kleinen Betrieb auszubauen. Und ganz ehrlich: die eigentlich Stars sind doch immer nur die Pferde!!!!

 

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